Sonett CXXIII.
Nie rühme meines Wechsels dich, o Zeit! Bau’ Pyramiden auf in neuer Pracht, Für mich sind sie auch keine Neuigkeit, Nur altes Werk, in neue Form gebracht.
5
Beschränkt ist unser Ziel, und daher staunen
Wir an, was Alles du uns zugewandt, Als ob du es geschaffen unsern Launen; Statt uns zu sagen, daß es längst bekannt. Dir so wie deinen Büchern trau’ ich nicht,
10
Jetzt und die Vorzeit scheint nicht wunderwerth;
Mein Auge selber lügt wie dein Bericht, Durch deine Hast vermindert und vermehrt. Doch dies gelob’ ich, daß es ewig sei: Trotz dir und deiner Hippe bleib’ ich treu.