Sonett CXXII.

by William Shakespeare German

Fest steh’n die Tafeln, die du mir verehrt, In meinem Haupt dem Andenken geweiht; Sie sollen ragen über niedern Werth Durch alle Zeit bis in die Ewigkeit.

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Zum wenigsten so lange Herz und Haupt

Fortblüh’n in der naturgemäßen Kraft, Bis seinen Theil von dir ein jedes raubt, Wird nichts von der Erinnerung gerafft. So viel schließt nicht solch arm Behältniß ein,

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Noch wünsch’ ein Kerbholz deiner Lieb’ ich her;

Es hinzugeben konnt’ ich ruhig sein, In diesen Tafeln blieb von dir mir mehr.     Braucht’ ich gar Hülfe, deiner zu gedenken,     Würd’ ich mich selber als vergessen kränken.

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