Sonett CXIII.

by William Shakespeare

Seit fern ich von dir, ist mein Aug’ im Sinn; Was leitend mich auf meinen Wegen richtet, Hat seine Kraft getheilt, ist blind dahin, Scheint sehend zwar, doch ist es ganz vernichtet.

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Denn nicht dem Herzen kann es übergeben

Die Form, die Blum’ und Vogel dar ihm stellt, Den Geist berühret nicht im flücht’gen Weben Das Bild, das kaum Beschauung fest sich hält. Denn mag’s das Rohste, mag’s das Schönste schauen,

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Ob süßen Reiz, ob schnödes Ungethier,

Ob Berg, ob See, ob Tag, ob nächtig Grauen, Ob Kräh’, ob Taub’ – es bildet sie nach dir.      Erfüllt von dir, zu Anderm nicht geneigt,      Mein treuster Sinn treulos sich mir so zeigt.

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