• Am Bergrand war ein Abend im Vergilben,
    Im Hochschnee glomm das letzte Gold verirrt,
    Ans Fenster schrieb die ersten Blumensilben
    Der bleiche Frost, der durch die Gassen klirrt.

    Ich dachte dein. – Und dunkel ward's im Raume,
    Des Tages Sorgen flohen nach und nach...

  • Ich war mit dir den ganzen Tag,
    Und wir sind Hand in Hand gegangen.
    Auf einmal in der Seele hat
    Des Glückes Märchen angefangen.

    Die Sonne sank … Das Märchen sprach
    Von einem fernen Heiligtume …
    Die Blätter auseinander schlug
    Die Nacht, die dunkle Riesenblume....

  • Im Erker einsam saß ich und sann,
    Indeß der Himmel voller Silber hing.
    Im Schnee mit leisen Tritten dann und wann
    Es durch den weißen Weihnachtabend ging.

    Ich weiß nicht, was es wollte, was es war,
    Doch an's vereiste Fenster hat's geklopft …
    Es war zur Weihnachtzeit im seligen Jahr,
    ...

  •   Kirschenbäume blühn ums Haus,
    Und ein Mädchen schaut heraus,
    So ein sonnenblondes Kind,
    Wie im Märchen
    Es die Königstöchter sind.

    Bin ein junger Königsheld,
    Nenne mein die ganze Welt -
    Freilich nur in meinem Lied.
    Nur das...

  • Märchenbleich die Tale liegen.
    Die Johanniskäfer fliegen
    Sternenstill und sternenklar:
    Grüße sind's aus Himmelsferne

    Und ich flechte sie als Sterne
    Zitternd dir ins dunkle Haar.

    Käfer flimmern, Sterne funkeln,
    Und mit deinen wunderdunkeln
    Augen staunst du in die...

  •   Nun tönt der erste Grillensang
    Vor meines Städtleins Toren,
    Ein blondes Mädchen hab' ich mir
    Zu meinem Schatz erkoren.

    Am Sonnensonntag nachmittag
    Da wandern wir ins Freie
    Und Frühlingsblüten pflücken wir
    Gar alle nach der Reihe:...

  • Nur einmal möcht' ich dir zur Seite gehen
    Am reichbeblühten, weißen Kirschbaumhang,
    Wenn durch die Nacht die Silberblüten wehen
    Und ferne stirbt der letzten Geige Klang;
    Und handverschlungen an dem Flusse stehen,

    Der eines blassen Sternes Leuchten trinkt,
    Und nach dem Sterne uns'res Glückes sehen,...

  • O schwiege doch die Sehnsucht still. -
    Wo will das hin, wie soll das enden?
    Den Frühling meiner Seele will
    Ich einem guten Menschen spenden. -
    O schwiege doch die Sehnsucht still.

    Mir ist's, als ob durch Frühlingsräume
    Ich einem Kinde rufen müßt':
    "Ich habe reiche Rosenträume,...

  •   Seliger Tag – im stillen Garten
    Die Rosen knospensprungbereit.
    Sie mußten lange, lange warten
    Und blühen auf zur rechten Zeit.

    Seit Jahren ließ ich sie verblühen,
    Ein liebearmer, stiller Mann.
    Heut' weiß ich Locken, wo verglühen
    Die...

  •   Siehe, aus dem Sündenland
    Komm' ich krank und ohne Willen,
    Und du willst die Sehnsucht stillen,
    Und du reichst mir deine Hand?

    Ohne Vorwurf gehst du mit
    Auf des Lebens harter Reise,
    Drückst die Hand mir leise, leise,
    Wenn ermatten will der...