Wohl manchen schönen Morgen sah ich glüh’n,
Mit königlichem Auge Berge grüßen,
Küssend mit goldnem Blick der Wiesen Grün,
Mit Himmelszauber Gold auf Ströme gießen;
5 Doch bald verhüllten niedre Wolken ihn,
In eklem Schleier bergend sein Gesicht,
Die der verlornen Welt sein Bild entzieh’n,
Bis westwärts schmählich sich verbirgt sein Licht;...
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XXXIII. (33)
1. Ich weis mir ein feins brauns megdlein,
hat mir mein hertz besessen,
es kan mir ein krauserlein mauserlein sein,
ich kan jr nit vergessen.
Sie gefelt mir aus der massen wol,
jhr weis und berd, ist goldes wert,
es steht dem megdlein wol, was ich thun sol.
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1.
Ob ich gleich in diesen Wellen
Daumenweit vom Tode bin/
Ist doch nicht in Ruh zu stellen
Mein von dir beflammeter Sinn/
Liebste deiner Augen Schein/
Fällt mir auch im Sterben ein.
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XXXIII.
All mein gedancken/ On alles wancken/
Künnen mit nichten/ sich anderst richten/
Als nur gen der allein/ Die ich mit trewen mein.
Wo ich hinwende/ in dem elende/
Mein bayde Augen/ ohn alles laugen/
So sih ich die allein/ die ich mit trewen mein.
Kein Tranck/ kein Speiß/...