• 1.
    Ob ich gleich in diesen Wellen
    Daumenweit vom Tode bin/
    Ist doch nicht in Ruh zu stellen
    Mein von dir beflammeter Sinn/
    Liebste deiner Augen Schein/
    Fällt mir auch im Sterben ein.

    ...

  • 1.
    Nicht leichtlich kan ein Hertze wancken/
    Das treu und redlich ist verliebt/
    Es bleibt in den gesetzten Schrancken/
    Wie sehr es auch die Zeit betrübt/
    Wie weit ich dier entfernet bin/
    So bleiben dier doch...

  • 1.
    Ach Purpur-rohtes Röselein/
    Daß du an Schönheit vor Corallen
    Betrotzerest/ Wie ist entfallen
    Dein hoher Glantz und stoltzer Schein?

    2.
    Wie gleichet dir so gar das Haupt?
    Wie gleich sind dir die blassen Wangen?
    Die Lippelein mit Furcht umbfangen/
    Da meine Hand dich...

  • Wie wann ich müd und laß ins Graß mag schlaffen gehen
    Und mich im Sommer mag ein kühler Wind anwehen:
    Wie wann ich hören mag der Nachtigall Gesang/
    Und durch die Wiesen hin des Bächleins süssem Klang:

    Wie wann ich Rosen bräch mit Venus Blut besprenget/
    Trinck' aus dem Brunnen eins wann mich der Durst anstrenget/...

  •  
    Ich kan nicht deine Augen küssen /
    Und dir ist jetzt mein Mund versagt.
    Ach Schatz / daß wir so lieben müssen /
    Hab ich dem Himmel offt geklagt.
    Umbsonst / er zeigt nur Donnerblicke /
    Und stößt den heissen Wunsch zurücke.
    Ich will dich zwar im Herzen...

  •  
    Welch warmer Schnee deckt diese Freuden-Hügel /
    Du Marmel-Rund / der Venus glatter Spiegel /
    Kan hier mein Geist / mein schwacher Geist bestehn?
    Ach! nein / ich muß in heisser Glut vergehn.
    Die Circkel hat die Anmuth selbst geschlossen.
    Hier quillt der Strohm der...

  •   [.43]

    WErd' ich die Zeit wol sehn / daß doch der Tag anbreche /
    Darinnen ich mein Lieb noch endlich schawen soll?
    Ihr Stunden laufft doch fort / fliegt weg als Wasserbäche:
    Weil jhr so langsam seyd / so bin ich trawrens voll.
    Auff / Morgenröth' / auff / auff;...

  •   [.31]

    DIß wunderliche Werck / das Gott hat auffgericht /
    Die Erde / Lufft / vnd See / des Himmels hohe Thronen /
    Das alles / was man kan / vnd auch nicht kan bewohnen/
    Hett es kein / oder auch zwo Sonnen / stünd es nicht.
    Ich arm betrübtes Thier muß zweyer Sonnen...

  • Sonnet

    Ach daß mein liebster Schatz ist so gar weit von hinnen:
    Ach daß vergangen ist so mannig Tag unnd Stund
    In der ich nicht geküst der schönsten rohten Mund!
    Ich weis für trawren nicht was ich bald soll beginnen;

    Ihr Berge/ die jhr...

  • Sonnet

    Jetzt da daß grosse Liecht der Sonne zu uns dringet/
    Verendert sich geschwind die kalte Winterszeit/
    Es weicht dem Phoebus auch deß Eises härtigkeit/
    Die warme Frülings Lufft den liechten Schnee bezwinget

    Mein abgemattet Hertz...