• An mein Reitpferd.

    O Thier, das schnell wie Wolkenflug
    Mich oft zu Linas Küssen trug,
    Dir Dank und Lohn zu geben
    Soll dich mein Lied erheben.

    5 Oft eiltest du bei Sturm und Nacht
    Von ihr gewünscht, von ihr gedacht,
    Auf dir bekannten Wegen
    Der Wartenden entgegen.

    Du schliefst im Gras, wenn leise sich
    10 Mein Schritt am...

  • Erinnerung.

    An Lyda.

          Im Ulmenhaine, wo mich ernst und düster
    Die Wehmuth oft in deinem Arm beschlich,
    Wandl’ ich allein. Im leisen Blattgeflüster
    Ahnt meine Seele dich.

    5 Den Hain, in dem sich Tag und Dunkel gatten,
    Durchrauscht ein Quell, von Geisblatt überwebt:
    Dein Bild umschwebt den Quell, sanft wie ein Schatten
    An...

  • Widerspruch der Liebe.
    Sonnett.

    Die Sonne sank, und Filomelens Lieder
    Verhallten sanft im jungen Blüthenhain,
    Amande stimmt’ in ihre Lieder ein,
    Und Echo sang sie an der Quelle wieder.

    5 „Dein Lied spricht Schwermuth „rief ich“ diese Hyder
    Besiegt ein Kuß, — o lerne glücklich seyn.“
    Sie sah beschämt auf ihren Busen nieder,
    Sie...

  • Wiegenlied.

    Schlummre sanft! des Lebens Morgenröthe,
    Des Genusses Augenblick ist dein.
    In des Morgenschlummers stille Lethe
    Taucht die Kindheit ihre Sorgen ein.

    5 Schlummre sanft! Noch ist dein Lächeln heiter,
    Da dein Herz noch keine Sorge denkt,
    Und der Engel, Unschuld, dein Begleiter
    Deiner Kindheit Blumentritte lenkt.

    ...