Schöpfungslieder
Im Beginn schuf Gott die Sonne, Dann die nächtlichen Gestirne; Hierauf schuf er auch die Ochsen, Aus dem Schweiße seiner Stirne.
Löwen mit den grimmen Tatzen; Nach des Löwen Ebenbilde Schuf er hübsche kleine Katzen. Zur Bevölkerung der Wildniß
Nach des Menschen holdem Bildniß Schuf er intressante Affen.
Ey, der Herr kopirt sich selber!
Macht er noch am Ende Kälber!
Ich der Herr kopier’ mich selber, Nach der Sonne mach’ ich Sterne, Nach den Ochsen mach’ ich Kälber,
Mach’ ich kleine liebe Katzen, Nach den Menschen mach’ ich Affen; Aber du kannst gar nichts schaffen.
Die Menschen, Löwen, Ochsen, Sonne; Doch Sterne, Kälber, Katzen, Affen, Erschuf ich zu meiner eigenen Wonne.
In einer Woche war’s abgethan. Doch hatt’ ich vorher tief ausgesonnen Jahrtausendlang den Schöpfungsplan.
Das stümpert sich leicht in kurzer Frist; Jedoch der Plan, die Ueberlegung, Das zeigt erst wer ein Künstler ist. Ich hab’ allein dreyhundert Jahre
Wie man am besten Doctores Juris Und gar die kleinen Flöhe macht.
Hab’ am Ende nun vollbracht Diese große, schöne Schöpfung, Und hab’ alles gut gemacht.
In dem Meere wiederstralt! Wie die Bäume grün und glänzend! Ist nicht Alles wie gemalt? Sind nicht weiß wie Alabaster
Ist sie nicht so schön vollendet Und natürlich die Natur?
Ganz von meiner Herrlichkeit,
Bis in alle Ewigkeit!
Das saugt sich nicht aus dem Finger; Kein Gott erschafft die Welt aus Nichts, So wenig, wie irdische Singer.
Erschuf ich die Männerleiber, Und aus dem Männerrippenspeck Erschuf ich die schönen Weiber. Den Himmel erschuf ich aus der Erd’
Der Stoff gewinnt erst seinen Werth Durch künstlerische Gestaltung.