Roußeau

by Friedrich Schiller

Monument von unsrer Zeiten Schande! Ew’ge Schandschrift deiner Mutterlande!      Roußeaus Grab! Gegrüßet seyst du mir. Fried und Ruh den Trümmern deines Lebens!

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Fried und Ruhe suchtest du vergebens,

     Fried und Ruhe fandst du hier. Kaum ein Grabmal ist ihm überblieben, Den von Reich zu Reich der Neid getrieben,      Frommer Eifer umgestrudelt hat.

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Ha! Um den einst Ströme Bluts zerfließen,

Wem’s gebühr’ ihn pralend Sohn zu grüßen,      Fand im Leben keine Vaterstadt. Und wer sind sie die den Weisen richten? Geisterschlaken die zur Tiefe flüchten

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     Vor dem Silberblike des Genies;

Abgesplittert von dem Schöpfungswerke Gegen Riesen Roußeau kind’sche[1] Zwerge,      Denen nie Prometheus Feuer blies.

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