Romantik

by Louise Otto-Peters

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Romantik.

Der Mond im Silbernachen Durchzieht die blaue Flut, Er scheint allein zu wachen Wo alles schlummernd ruht.

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Im Hain und auf den Auen

Erglänzt sein magisch Licht, Wo helle Tropfen tauen Ein Baum zum andern spricht: „Das ist die Geisterstunde,

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Schon naht die Mitternacht!“

Da sind im Waldesgrunde Die Elfen aufgewacht. Sie tanzen ihren Reigen Auf Teppichen von Moos,

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Und lösen von den Zweigen

Wohl Blüt’ um Blüte los. Das ist ein fröhlich Leben Im hellen Mondenschein, Sie hüpfen und sie schweben

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Voll Lust waldaus und ein;

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Bis daß am Himmelsrande

Versinkt des Mondes Kahn, Und krähend weckt die Lande Mit Morgengruß der Hahn.

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Die Elfen fliehn erschrocken

In Erd’ und Felsenspalt – Der Nebel sinkt in Flocken Auf ihr Versteck im Wald. – Das ist dein Los ja heute

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Romantik, Elfenland!

Du wardst des Tages Beute, Dein süßer Zauber schwand. Und wer ihn noch will hegen, Der muß von hinnen fliehn,

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Auf tief verborgnen Wegen

In’s Land der Elfen ziehn, Denn sie sind nicht gestorben, Sie leben fort und fort, Sie hüten unverdorben

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Noch ihren Wunderhort.

Allein nur den Geweihten Erschließen sie den Pfad – Wie ist ein Reich zu neiden, Dem kein Profaner naht!

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