Pfingsten im Ruhrtal
[26] Pfingsten im Ruhrtal. Ich seh’ die blühende Ginsterpracht Und die Dolden des Weißdorns daneben, Und mein Herze jauchzt und mein Herze lacht Zu dem vollen sonnigen Leben.
Im goldigen Morgenstrahle, Und aus mosigem Steine die Quelle springt Und zieht als Bächlein zu Tale. O, wie bist du so schön, wie so wonnig schön,
Wie blitzt dein Kleid um Gelände und Höh’n, Wie funkelt’s im Sonnenschimmer! Ich sah den Rhein mit dem prangenden Wein An seinen felsigen Hängen,
Und lauschte den Lurleiklängen. Wohl fand ich der Reize mehr nirgend schier Und Becher- und Sangesgetöne, Doch immer zog es zurück mich nach dir,
An deinen Triften, an deiner Flur, Will ich die Blicke stets weiden, Bist Heimat, die liebste mir immer nur, Die treu’ste in Lust und in Leiden.