Ob feindselige Winde

by Georg Friedrich Daumer

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 LXIII. Ob feindselige Winde      Schreckhaft tosen, o gräme dich nicht! Denn hold werden im Lenze      Lüftlein kosen, o gräme dich nicht!

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Ob erstorbne Gebüsche

     Rings dein Auge beleidigen, Aus dem Tode lebendig      Blüh’n einst Rosen, o gräme dich nicht! Ob durch stachlige Wüste

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     Hin zur Kaba die Reise geht,

Laß dich Dornen und Disteln      Nicht erbosen, o gräme dich nicht! Ob glückseliger Heimath      Jussuf grausam entrissen weint,

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Hoch in Glorie prangt einst,

     Der verstoßen, o gräme dich nicht! Alles kreiset und wechselt,      Auch dein Leiden, es wandelt sich; Nicht erliege den herben

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     Schicksalslosen, o gräme dich nicht!

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