Du, meine schöne junge Rose,
Die mir an's Herz das Schicksal warf,
Daß nun das Herz, das hoffnungslose,
Nicht mehr in sich verzagen darf,
Du bringst mir meinen Frühling wieder,
In frische Purpurglut getaucht,
Es ist dein Duft, der diese Lieder
Mit neuer Ahnung süß durchhaucht.
Daß leuchtend meine Stirne werde,
Blickst du mich an, du milder Trost -
Dein Lächeln ist ein Kind der Erde,
Das mit den Engeln Gottes kos't!
Daß ich in's große Loblied stimme,
Hebt mich dein Wort an's Licht empor -
Wie an der Blume hängt die Imme,
An deinen Lippen hängt mein Ohr.
Mit deinem blühenden Gewinde
O deck' mein wundes Herze zu,
Daß sich's in Rosenglut entzünde,
So jung und schön, so rein wie du!
aus: Gedichte von Alfred Meißner
Zweite stark vermehrte Auflage
Leipzig Friedrich Ludwig Herbig 1846