Nachts in der Cajüte
Das Meer hat seine Perlen, Der Himmel hat seine Sterne, Aber mein Herz, mein Herz, Mein Herz hat seine Liebe.
Doch größer ist mein Herz, Und schöner als Perlen und Sterne Leuchtet und strahlt meine Liebe. Du kleines, junges Mädchen,
Mein Herz und das Meer und der Himmel Vergehn vor lauter Liebe.
[326] An die blaue Himmelsdecke, Wo die schönen Sterne blinken,
Pressen wild und stürmisch weinen. Jene Sterne sind die Augen Meiner Liebsten, tausendfältig Schimmern sie und grüßen freundlich,
Nach der blauen Himmelsdecke, Nach den Augen der Geliebten, Heb’ ich andachtsvoll die Arme, Und ich bete und ich flehe:
O, beseligt meine Seele, Laßt mich sterben und erwerben Euch und Euren ganzen Himmel!
[327] Aus den Himmelsaugen droben,
Durch die Nacht, und meine Seele Dehnt sich liebeweit und weiter. O, Ihr Himmelsaugen droben! Weint Euch aus in meine Seele,
Ueberfließet meine Seele.
Eingewiegt von Meereswellen Und von träumenden Gedanken, Lieg’ ich still in der Kajüte,
Durch die off’ne Luke schau’ ich Droben hoch die hellen Sterne, Die geliebten, süßen Augen Meiner süßen Vielgeliebten.
Wachen über meinem Haupte, Und sie klingen und sie winken Aus der blauen Himmelsdecke. Nach der blauen Himmelsdecke
Bis ein weißer Nebelschleier Mir verhüllt die lieben Augen.
An die bretterne Schiffswand, Wo mein träumendes Haupt liegt,
Sie rauschen und murmeln Mir heimlich in’s Ohr: „Bethörter Geselle! Dein Arm ist kurz, und der Himmel ist weit
Vergebliches Sehnen, vergebliches Seufzen, Das Beste wäre, du schliefest ein.“
[329] Es träumte mir von einer weiten Haide, Weit überdeckt von weißem, weißem Schnee,
Und schlief den einsam kalten Todesschlaf. Doch droben aus dem dunkeln Himmel schauten Herunter auf mein Grab die Sternenaugen, Die süßen Augen! und sie glänzten sieghaft