Nachruf an Seume
Ich saß, umbraust vom kriegrischen Gewühle, Und sann, auf meinen Arm gestützt, dem Spiele Des Schicksals und der Menschen nach; Da hört’ ich fernen Laut bekannter Stimme.
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Es tönte, wie mit Todesboten Grimme,
Ein Abschiedsruf den Träumer wach. Ich hörte Dich; vernahm nun voll Erstaunen, Im Schlachtgeklirr, durchs Donnern der Kartaunen, Dein Lebewohl; ich fühlte deinen Kuß.
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O, daß ich noch mit diesen Trennungsschmerzen
Dich teutschen Sänger nur im Geiste herzen, Nur noch im Traume schauen muß! O, Mann! der einst auf wilden Meereswoogen Vereint mit mir die halbe Welt durchzogen,
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Und einen Bissen Brod getheilt;
Was treibt den Mann von Geisteskraft und Gaben Daß er, gleich einem wilden raschen Knaben Zu fremdem Heerde taumelnd eilt?