Mir träumt’: ich bin der liebe Gott
Mir träumt’: ich bin der liebe Gott, Und sitz’ im Himmel droben, Und Englein sitzen um mich her, Die meine Verse loben.
Für manchen lieben Gulden, Und Kardinal trink’ ich dabei, Und habe keine Schulden. Doch Langeweile plagt mich sehr,
Und wär’ ich nicht der liebe Gott, Ich könnt’ des Teufels werden. [239] Du langer Engel Gabriel, Geh’, mach’ dich auf die Sohlen,
Sollst du herauf mir holen. Such’ ihn nicht im Collegium, Such’ ihn beim Glas Tokaier; Such’ ihn nicht in der Hedwigskirch,
Da breitet aus sein Flügelpaar Und fliegt herab der Engel, Und packt ihn auf, und bringt herauf Den Freund, den lieben Bengel.
Und ich regier’ die Erde! Ich hab’s ja immer dir gesagt, Daß ich was Rechts noch werde. Und Wunder thu’ ich alle Tag,
Und dir zum Spaße will ich heut Die Stadt Jr-Jr beglücken. [240] Die Pflastersteine auf der Straß’, Die sollen jetzt sich spalten,
Soll jeder Stein enthalten. Ein Regen von Zitronensaft Soll thauig sie begiessen, Und in den Straßengössen soll
Wie freuen die Jr-Jrer sich, Sie gehen schon an’s Fressen; Die Herren von dem Landgericht, Die saufen aus den Gössen.
Bei solchem Götterfraße! Die Leutnants und die Fähnderichs, Die lecken ab die Straße. Die Leutnants und die Fähnderichs,
Sie denken, alle Tag’ geschieht Kein Wunder so wie heute.