In meinem Herzen steht ein Tempel ...

by Georg Heym (1887–1912) · 1912 German

In meinem Herzen steht ein Tempel.
Der Schönheit hab ich ihn geweiht,
Der Göttertochter, die erhaben
Gebietet der Unendlichkeit.

Ihn deckten Staub und Spinneweben,
Lang stand er in die Nacht versenkt,
Da nahtest du, vor deinen Augen
Klafften die Tore, freigesprengt.

Ein Frührot strahlet meinem Tempel.
Herrin, du kommst, ich harre dein,
Der Göttin Tempel steht dir offen,
Willst du die Priesterin mir sein? (S. 561)
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