An meine Rose
Frohlocke, schöne junge Rose, Dein Bild wird nicht verschwinden, Wenn auch die Glut, die dauerlose Verweht in Abendwinden.
Kann nicht für irdisch gelten, Du prangst am stolzen Rosenstamme, Verpflanzt aus andern Welten; Aus Büschen, wo die Götter gerne
Wenn sie in heilig stiller Ferne Der Menschen Glück bedenken. Darum mich ein Hinübersehnen Stets inniger umschmieget,
Dein holdes Antlitz wieget. O weilten wir in jenen Lüften, Wo keine Schranke wehrte, Daß ich mit deinen Zauberdüften
[6] Hier nah’n die Augenblicke, – schwinden An dir vorüber immer, Ein jeder eilt, dich noch zu finden In deinem Jugendschimmer;
Mit allem meinem Lieben An dir vorbei, darf nie verweilen, Von Stürmen fortgetrieben. Doch hat, du holde Wunderblume,
Dich mir gemalt zum Eigenthume In’s Tiefste meines Lebens, Wohin der Tod, der Ruhebringer, Sich scheuen wird zu greifen,
Mein Welkes niederstreifen.