An meine Rose

by Nikolaus Lenau

Frohlocke, schöne junge Rose, Dein Bild wird nicht verschwinden, Wenn auch die Glut, die dauerlose Verweht in Abendwinden.

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So süßer Duft, so helle Flamme

Kann nicht für irdisch gelten, Du prangst am stolzen Rosenstamme, Verpflanzt aus andern Welten; Aus Büschen, wo die Götter gerne

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Sich in die Schatten senken,

Wenn sie in heilig stiller Ferne Der Menschen Glück bedenken. Darum mich ein Hinübersehnen Stets inniger umschmieget,

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Je länger sich in meinen Thränen

Dein holdes Antlitz wieget. O weilten wir in jenen Lüften, Wo keine Schranke wehrte, Daß ich mit deinen Zauberdüften

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Die Ewigkeiten nährte! –

[6] Hier nah’n die Augenblicke, – schwinden An dir vorüber immer, Ein jeder eilt, dich noch zu finden In deinem Jugendschimmer;

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Und ich, wie sie, muß immer eilen

Mit allem meinem Lieben An dir vorbei, darf nie verweilen, Von Stürmen fortgetrieben. Doch hat, du holde Wunderblume,

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Mein Herz voll süßen Bebens

Dich mir gemalt zum Eigenthume In’s Tiefste meines Lebens, Wohin der Tod, der Ruhebringer, Sich scheuen wird zu greifen,

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Wenn endlich seine sanften Finger

Mein Welkes niederstreifen.

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