Manch Bild vergessener Zeiten

by Heinrich Heine

     Manch Bild vergessener Zeiten Steigt auf aus seinem Grab, Und zeigt wie in deiner Nähe Ich einst gelebet hab’.

5
     Am Tage schwankte ich träumend

Durch alle Straßen herum; Die Leute verwundert mich ansah’n, Ich war so traurig und stumm.      Des Nachts da war es besser,

10
Da waren die Straßen leer;

Ich und mein Schatten selbander, Wir wandelten schweigend einher.      Mit wiederhallendem Fußtritt’ Wandelt ich über die Brück’;

15
Der Mond brach aus den Wolken,

Und grüßte mit ernstem Blick’.      [143] Steh’n blieb ich vor deinem Hause Und starrte in die Höh’, Und starrte nach deinem Fenster, –

20
Das Herz that mir so weh’.

     Ich weiß du hast aus dem Fenster Gar oft herab geseh’n, Und sah’st mich im Mondenlichte Wie eine Säule steh’n.

More poems by Heinrich Heine

All poems by Heinrich Heine →