Mahomets Gesang
Seht den Felsenquell, Freudehell, Wie ein Sternenblick Über Wolken,
Gute Geister Zwischen Klippen im Gebüsch. Jünglingfrisch Tanzt er aus der Wolke
Jauchzet wieder Nach dem Himmel. Durch die Gipfelgänge Jagt er bunten Kieseln nach,
Reißt er seine Bruderquellen Mit sich fort. [184] Drunten werden in dem Thal
Und die Wiese Lebt von seinem Hauch. Doch ihn hält kein Schattenthal, Keine Blumen,
Ihm mit Liebesaugen schmeicheln: Nach der Ebne dringt sein Lauf Schlangenwandelnd. Bäche schmiegen
In die Ebne silberprangend, Und die Ebne prangt mit ihm, Und die Flüsse von der Ebne, Und die Bäche von den Bergen,
Bruder, nimm die Brüder mit. Mit zu deinem alten Vater, Zu dem ew’gen Ocean, [185] Der mit ausgespannten Armen
Die sich ach! vergebens öffnen, Seine Sehnenden zu fassen; Denn uns frißt in öder Wüste Gier’ger Sand, die Sonne droben
Hemmet uns zum Teiche! Bruder, Nimm die Brüder von der Ebne, Nimm die Brüder von den Bergen Mit, zu deinem Vater mit!
Und nun schwillt er Herrlicher, ein ganz Geschlechte Trägt den Fürsten hoch empor! Und im rollenden Triumphe
Werden unter seinem Fuß. Unaufhaltsam rauscht er weiter, Läßt der Thürme Flammengipfel, [186] Marmorhäuser, eine Schöpfung
Zedernhäuser trägt der Atlas Auf den Riesenschultern; sausend Wehen über seinem Haupte Tausend Flaggen durch die Lüfte,
Und so trägt er seine Brüder, Seine Schätze, seine Kinder, Dem erwartenden Erzeuger Freudebrausend an das Herz.