Lobgesang

by Richard Dehmel

Wie das Meer ist die Liebe: unerschöpflich, unergründlich, unermeßlich: Woge zu Woge stürzend gehoben, Woge um Woge wachsend verschlungen, sturm- und wetter-geberdig nun, sonneselig nun, willig nun dem Mond die unaufhaltsame Fläche - doch in der Tiefe stetes Walten ewiger Ruhe, ungestört, undurchdringbar dem irdischen Blick, starr verdämmernd in gläsernes Dunkel - und in der Weite stetes Wirken ewiger Regung, ungestillt, unentwirrbar dem irdischen Blick, wild verschwimmend im Licht der Lüfte: Aufrausch der Unendlichkeit ist das Meer ist die Liebe. aus: Richard Dehmel Gesammelte Werke in drei Bänden. Band 1 S. Fischer Verlag Berlin 1920 (S. 71-72)

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