Lied des Lebens

by Johann Gottfried Herder

              Lied des Lebens.      Flüchtiger als Wind und Welle Flieht die Zeit; was hält sie auf? Sie genießen auf der Stelle, Sie ergreifen schnell im Lauf;

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Das, ihr Brüder, hält ihr Schweben,

Hält die Flucht der Tage ein. Schneller Gang ist unser Leben, Laßt uns Rosen auf ihn streun.      Rosen; denn die Tage sinken

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In des Winters Nebelmeer.

Rosen; denn sie blühn und blinken Links und rechts noch um uns her. Rosen stehn auf jedem Zweige Jeder schönen Jugendthat.

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Wohl ihm, der bis auf die Neige

Rein gelebt sein Leben hat.

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