Kunst und Liebe

by Ludwig Tieck

Wandeln nicht viele Geister schon im Orkus, Weil der Körper noch träge hier sich quälet, Sonn’ und Mond sie wechseln und gehn vorüber,      Sieh, er bemerkt’s nicht.

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Wunderlich stehn sie da im Frühlingslichte,

Umgetrieben von tosenden Weltgeschäften; Keinen Ton der singenden Schöpfung in ihr      Enges Gefängniß! Gütige Gottheit! höre, was ich bitte,

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Noch thun rauschende Wälder, bunte Blumen,

Nachtigallen, Lerchen, das Frühlingsleben      Mit mir befreundet; Thränen bezahl’ ich noch den großen Meistern, Ihre Schöpfung entrückt mir weltlich Treiben,

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Daß ich gleich dem Trunkenen frölich taumle

     Sonnengeblendet,

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