Knecht Ruprecht

by Theodor Storm

[143]  Knecht Ruprecht. Von drauß’ vom Walde komm ich her; Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr! Allüberall auf den Tannenspitzen Sah ich goldene Lichtlein sitzen;

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Und droben aus dem Himmelsthor

Sah mit großen Augen das Christkind hervor, Und wie ich so strolcht’ durch den finstern Tann, Da rief’s mich mit heller Stimme an: „Knecht Ruprecht“, rief es, „alter Gesell,

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„Hebe die Beine und spute dich schnell!

„Die Kerzen fangen zu brennen an, „Das Himmelsthor ist aufgethan, [144] „Alt’ und Junge sollen nun „Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;

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„Und morgen flieg’ ich hinab zur Erden,

„Denn es soll wieder Weihnachten werden!“ Ich sprach: „O lieber Herre Christ, „Meine Reise fast zu Ende ist; „Ich soll nur noch in diese Stadt,

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„Wo’s eitel gute Kinder hat.“

– „Hast denn das Säcklein auch bei dir?“ Ich sprach: „Das Säcklein das ist hier: „Denn Aepfel, Nuß und Mandelkern „Fressen fromme Kinder gern.“

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- „Hast denn die Ruthe auch bei dir?“

Ich sprach: „Die Ruthe, die ist hier: „Doch für die Kinder nur, die schlechten, „Die trifft sie auf den Theil den rechten.“ Christkindlein sprach: „So ist es recht;

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„So geh mit Gott, mein treuer Knecht!“

     Von drauß’ vom Walde komm ich her; Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr! Nun sprecht, wie ich’s hierinnen find’! Sind’s gute Kind’, sind’s böse Kind’?

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