Kleptomanie

by Heinrich Kämpchen

[145] Kleptomanie *).[1] Klaubst du Kohlen aus dem Schutt der Halde, Raffst du Brennholz dir in fremdem Walde, Und du, Böser, wirst dabei betroffen, Steh’n dir die Gefängnistüren offen –

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Hast du doch, ein sträflich Unterfangen,

Dich an fremdem Eigentum vergangen. – Aber trage eine Fürstenkrone, Bist du sonst auch nicht ganz zweifelsohne, Und verschwinden, wo du weilst, vom Flecke

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Silberplatten oft auch und Bestecke –

Dann bist du ein armer Kleptomane. Der das Silber nimmt in krankem Wahne, Der nur folgt dem „angebor’nen Hange, Wo der and’re „stiehlt“ in „frevlem Drange“. –

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