Klein-Meta

by Heinrich Kämpchen

[18] Klein-Meta. Sie war des Hauses Sonnenschein, Nun ist die Nacht gekommen. – Der schlimme Tod, der grimme Tod, Der alt und jung gleichviel bedroht,

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Hat sie von uns genommen. –

Wir hofften noch, als schon der Spruch, Der finst’re, war gesprochen. – Doch immer mehr verglomm der Strahl, Und als die Sonne sank ins Tal,

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War’s kleine Herz gebrochen. –

Warum? Wie oft schon hat der Schmerz Die Frage bang’ gestöhnet. – Doch keine Antwort kommt zurück Zu uns von dem gestorb’nen Glück,

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Und nur das Echo höhnet. –

Warum? – Der Tod wird nimmer satt, So heute nicht wie morgen Auch du, Klein-Meta, bist sein Raub, Er nahm dich, unsern Bitten taub,

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Und hält dich gut geborgen. –

Nun ist des Hauses Sonnenschein In Nacht und Grau’n versunken. – Die Stube leer, die Kammer leer, Und keine, keine Wiederkehr –

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Erloschen Licht und Funken. –

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