Julinacht

by Karl Stieler (1842–1885) · 1908 German


In der Luft, der schwülen, feuchten,
Wogt das Feld und stürmend zieh'n
Windesrauschen, Wetterleuchten
Durch den dunklen Himmel hin.

Ferner hallt des Donners Dröhnen -
Und des Lebens ganze Kraft
Klingt aus diesen Wundertönen
Nachtumwölkter Leidenschaft!

Was der Tag an Sonnengluten
Aufgesogen, strömt hier aus -
In den Wolken, auf den Fluten,
In dies weite Grün hinaus!

Und inmitten all' des Webens
Trag' ich stumm die heiße Last,
Die du, Sonne meines Lebens,
In dies Herz ergossen hast!
(S. 309-310)

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