Julinacht
by Karl Stieler (1842–1885) · 1908 German
In der Luft, der schwülen, feuchten,
Wogt das Feld und stürmend zieh'n
Windesrauschen, Wetterleuchten
Durch den dunklen Himmel hin.
Ferner hallt des Donners Dröhnen -
Und des Lebens ganze Kraft
Klingt aus diesen Wundertönen
Nachtumwölkter Leidenschaft!
Was der Tag an Sonnengluten
Aufgesogen, strömt hier aus -
In den Wolken, auf den Fluten,
In dies weite Grün hinaus!
Und inmitten all' des Webens
Trag' ich stumm die heiße Last,
Die du, Sonne meines Lebens,
In dies Herz ergossen hast! (S. 309-310)
More poems by Karl Stieler
-
Geht es dir auch wie mir?
Geht es dir auch wie mir,
Daß du nicht schlafen kannst? …
-
Es rauscht der graue Regenschauer,
Ich zieh' vorbei und acht' ihn nicht;
Noch einmal seh' ich an der Mauer …
-
Die alten Pfade geh' ich wieder,
Die ich in jungen Tagen ging;
Eh' all' mein Weg, mein Auf und Nieder …
-
Ich hab' mich ganz an dich verloren,
Und wo ich gehen mag und sein:
Auf stiller Flur, im Lärm der Toren, …
All poems by Karl Stieler →