Jahreszeiten
by Hermann Rollett (1819–1904) · 1865 German
Liebchen! welch' ein selig Leben,
Wenn der Liebe Frühling blüht,
Wenn die Augen Funken geben,
Weil's im Herzen flammt und glüht.
Liebchen! welch' ein Nimmerenden
Tiefsten Glücks und höchster Lust,
Wenn das Herz mit Sonnenbränden
Flammen möcht' aus voller Brust.
Glückverloren, weltvergessen,
Schwimmt das Herz in Seligkeit, -
Doch der Herbstwind unterdessen
Webt am Leichentuch der Zeit.
Komm' nur, Winter! kaltes Wetter
Scheut die heiße Liebe nicht,
Und sie wirft dir Rosenblätter,
Ewigjung, in's Angesicht! (S. 83-84)
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