Im Walde

by Heinrich Kämpchen

[23] Im Walde. Ich kehre gern im Walde ein, Dem Vogelsang zu lauschen, Beim Frührot und im Abendschein Und bei der Winde Rauschen.

5
Der Wald, der sommergrüne Wald

War stets mein liebster Aufenthalt, Will keinen andern tauschen. – Als Kind schon war mein erster Gang Hinaus in seine Hallen,

10
Der Jägerruf, der Jagdhornklang,

Sie täten mir gefallen. Und immer fort und immer neu Blieb’ ich dem Walde vielgetreu Und geht zu ihm mein Wallen. –

15
Und darum auch, Genossen mein,

Wenn ihr zu Ruh’ mich bringet – Im Wald will ich begraben sein, Im Wald, wo’s rauscht und klinget. Dort wird die Zeit mir nimmer lang’,

20
Ich höre ja den Hifthornklang

Und Philomele singet. – Am Eibenbaum, am trauten Ort, Wo ich so gerne weile, Und den erkoren ich als Port

25
Vor Unrast und vor Eile.

Am Eibenbaum, im Waldesduft, Genossen, grabet mir die Gruft, Die ich mit keinem teile. –

More poems by Heinrich Kämpchen

All poems by Heinrich Kämpchen →