Himmelsbräute

by Heinrich Heine

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 Himmelsbräute. Wer dem Kloster geht vorbei Mitternächtlich, sieht die Fenster Hell erleuchtet. Ihren Umgang Halten dorten die Gespenster.

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Eine düstre Prozession

Todter Ursulinerinnen; Junge, hübsche Angesichter Lauschen aus Kapuz’ und Linnen. Tragen Kerzen in der Hand,

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Die unheimlich bluthroth schimmern;

Seltsam wiederhallt im Kreuzgang Ein Gewisper und ein Wimmern. Nach der Kirche geht der Zug, Und sie setzen dort sich nieder

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Auf des Chores Buchsbaumstühle

Und beginnen ihre Lieder.

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Litaneienfromme Weisen,

Aber wahnsinnwüste Worte; Arme Seelen sind es, welche

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Pochen an des Himmels Pforte.

„Bräute Christi waren wir, Doch die Weltlust und bethörte, Und da gaben wir dem Cäsar, Was dem lieben Gott gehörte.

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„Reizend ist die Uniform

Und des Schnurrbarts Glanz und Glätte; Doch verlockend sind am meisten Cäsars goldne Epaulette. „Ach der Stirne, welche trug

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Eine Dornenkrone weiland,

Gaben wir ein Hirschgeweihe – Wir betrogen unsern Heiland. „Jesus, der die Güte selbst, Weinte sanft ob unserer Fehle,

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Und er sprach: Vermaledeit

Und verdammt sei eure Seele!

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„Grabentstieg’ner Spuk der Nacht,

Müssen büßend wir nunmehre Irre gehn in diesen Mauern –

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Miserere! Miserere!

„Ach, im Grabe ist es gut, Ob es gleich viel besser wäre In dem warmen Himmelreiche – Miserere! Miserere!

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„Süßer Jesus, o vergieb

Endlich uns die Schuld, die schwere, Schließ’ uns auf den warmen Himmel – Miserere! Miserere!“ Also singt die Nonnenschaar,

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Und ein längst verstorb’ner Küster

Spielt die Orgel. Schattenhände Stürmen toll durch die Register.

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