Hexengeflüster

by Karl Henckell

[315] Hexengeflüster Und die gespenstischen Schicksalsreiter Auf den gelbschwarz getigerten Rossen Mit den gierig geblähten Nüstern, Die von giftigen Gasen dampfen,

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Sausen weiter, sausen weiter ...

Dumpf die Hufe vorüberstampfen, Und die Hexen des Schlachtfelds flüstern. Blutübergossen, Gerippehager,

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Lehnen zu dritt sie am toten Tank,

Der angeschossen Plump sich gewälzt und im Sumpf versank. Hungermager Flüstern die Schwestern und Schicksalssager:

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„Welt todkrank!

Menschen lüstern Nach Mord, Mord, Mord. Eisenhyäne, Zerfetzende Zähne!

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[316] Mord ist der Lord,

Wahnwitz der Meister Ruchloser Geister – Gold-Kapitäne Schrein:

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Gott über Bord!

Welt ward gemein. Strotzende Fülle Hetzt sie zu Haß, Heilige Stille

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Schänden sie mit Granatengebrülle,

Himmelhoch steigt ihr zerstörender Wille – Sancta, sancta Satanitas! Sinnlos Sein! Mild behütet

35
Im Mutterschoß –

Wild zerwütet, Metzgerstoß, Wuchs der Knabe zum Jungmann groß – Markverheerendes Menschheitslos!

40
Feld der Lüge,

Wahnesfeld, Irre Züge Zeigt die Welt ... [317] Recht verzerrt,

45
Wert entstellt –

Horcht, wie der Höllhund der Dämmerung bellt!“ Tag erwacht Fahl zur Schlacht, Schauerlich flüstern die Schicksalsfraun

50
Und zerfließen in Nacht und Graun.

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