An Herrn Cunningham

by Robert Burns

Nun lacht die Wiese, blüht der Dorn      In holder Frühlingszeit: Das, sanft bewegte, grüne Korn      Sich milden Regens freut.

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Die ganze Schöpfung trinkt mit Lust

     Was Gott beschieden hat, Nur ich allein, mit wunder Brust,      Geh’ auf der Sorge Pfad. Das Fischlein in dem Silberbach,

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     Schießt blitzend hin und her,

Und fürchtet, unter schatt’gem Dach      Des Anglers Kunst nicht sehr. Mein Leben war der Silberbach,      Das Fischlein, das war ich,

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Doch Liebe, ach, hat nach und nach

     Verdorr’t den Quell und mich. Des kleinen Blümlein’s friedlich Loos,      Dort an der Felsenwand, Das, außer Vögleins Liebgekos’,

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     Wohl Störung nie gekannt,

War meines – bis die Liebe auch      Gebleichet meine Blum’; Nun kommt in ihrem heißen Hauch      All’ meine Jugend um.

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[96] Vom Schlaf die Lerche auf sich schwingt,

     In’s klare Blau hinein, Und thaubeglänzt ihr Liedchen singt      Im Morgensonnenschein So fröhlich war ich und gesund

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     Bis mich, mit blum’ger Schling’,

Die Liebe, ach, in trüber Stund’,      Zu meinem Unglück fing. Wär’ ich erzeugt in Grönlands Schnee,      Im Afrikanerland;

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Nie hätte ich der Liebe Weh,

     Hätt’ Peggy nie gekannt. Der Mensch, deß Urtheil: „Hoff’ nicht mehr“      Wer schildert seinen Schmerz! Die Brust ist krank und freudeleer,

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     Gebrochen d’rin das Herz.

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