Heimkehr

by Heinrich Kämpchen

[93] Heimkehr. Und wieder von der Reisetour Bin ich zurückgekommen, Von Feld und Wald und grüner Flur Hab’ Abschied ich genommen.

5
Schön war die Fahrt, nur trieb zu schnell

Zur Heimkehr wieder der Appell, Der zwingendste: Geldmangel. – Doch war’s auch nur ein Kommen, Seh’n Und wieder Geh’n von dannen,

10
So flüchtig wie des Windes Weh’n

Beim Frührot durch die Tannen. – Es boten doch mir Hochgenuß Der graue Fels, der blanke Fluß Und die besonnten Hänge. –

15
Zum erstenmal sah ich den Rhein,

Wie ich ihn oft geträumet, Im Sommerduft, im Abendschein, Von Burgen bunt umsäumet. – Die Rebenhügel still und schön,

20
Die Schroffen sah ich und die Höh’n

In lieblichem Kontraste. – Und wo der stolze Strom sich wandt Auch immer durch die Auen, Die Blicke waren mir gebannt

25
Vom wunderbaren Schauen. –

Die Luft so klar, der Strom so frei – Vorüber zogen Lorelei Und Bacharach und Bingen. – Zum Drachenfels stieg ich hinan,

30
Den neu die Burg gekrönet,

Ein alter und doch junger Mann, Vom Leben abgetönet. – Alt, weil mein Haupt mit Schnee belegt, Jung, weil das Herz noch feurig schlägt

35
Und für die Schönheit glühet. –

[94] Und wieder nun bin ich zu Haus, Von der Poetenreise, Und packe still mein Ränzlein aus Und fahr’ die alten Gleise. –

40
Und war auch kurz der Reisegang,

Er hat zu neuem Schaffensdrang Mich prächtig angereget. –

More poems by Heinrich Kämpchen

All poems by Heinrich Kämpchen →