Großmutter und Enkel

by Hugo von Hofmannsthal

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GROSSMUTTER UND ENKEL

»Ferne ist dein Sinn, dein Fuß Nur in meiner Tür!« Woher weißt du's gleich beim Gruß? »Kind, weil ich es spür.«

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Was? »Wie Sie aus süßer Ruh

Süß durch dich erschrickt.« – Sonderbar, wie  Sie  hast du Vor dich hingenickt. »Einst,...« Nein: jetzt im Augenblick!

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Mich beglückt der Schein –

»Kind, was haucht dein Wort und Blick Jetzt in mich hinein? Meine Mädchenzeit voll Glanz Mit verstohlnem Hauch

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Öffnet mir die Seele ganz!«

Ja, ich spür es auch: Und ich bin bei dir und bin Wie auf fremdem Stern: Ihr und dir mit wachem Sinn

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Schwankend nah und fern!

»Als ich dem Großvater dein Mich fürs Leben gab, Trat ich so verwirrt nicht ein Wie nun in mein Grab.«

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Grab? Was redest du von dem?

Das ist weit von dir! Sitzest plaudernd und bequem Mit dem Enkel hier. Deine Augen frisch und reg,

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Deine Wangen hell –

»Flog nicht übern kleinen Weg Etwas schwarz und schnell?« Etwas ist, das wie ein Traum Mich Verliebten hält.

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Wie der enge schwüle Raum

Seltsam mich umstellt! »Fühlst du, was jetzt mich umblitzt Und mein stockend Herz? Wenn du bei dem Mädchen sitzt,

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Unter Kuß und Scherz,

Fühl es fort und denk an mich, Aber ohne Graun: Denk, wie ich im Sterben glich Jungen, jungen Fraun.«

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