Graue Nacht liegt auf dem Meere

by Heinrich Heine

Und die kleinen Sterne glimmen. Manchmal tönen in dem Wasser Lange hingezogne Stimmen.

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Dorten spielt der alte Nordwind

Mit den blanken Meereswellen, Die wie Orgelpfeifen hüpfen, Die wie Orgelpfeifen schwellen. Heidnisch halb und halb auch kirchlich

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Klingen diese Melodeyen,

Steigen muthig in die Höhe, Daß sich drob die Sterne freuen.

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Und die Sterne, immer größer,

Glühen auf mit Lustgewimmel,

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Und am Ende groß wie Sonnen

Schweifen sie umher am Himmel. Zur Musik, die unten tönet, Wirbeln sie die tollsten Weisen; Sonnennachtigallen sind es,

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Die dort oben strahlend kreisen.

Und das braust und schmettert mächtig, Meer und Himmel hör’ ich singen, Und ich fühle Riesenwollust Stürmisch in mein Herze dringen.

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