Gränzen der Menschheit

by Johann Wolfgang Von Goethe

     Wenn der uralte, Heilige Vater Mit gelassener Hand Aus rollenden Wolken

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Segnende Blitze

Über die Erde sä’t, Küß’ ich den letzten Saum seines Kleides, Kindliche Schauer

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Treu in der Brust.

     Denn mit Göttern Soll sich nicht messen Irgend ein Mensch. Hebt er sich aufwärts,

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Und berührt

Mit dem Scheitel die Sterne, [213] Nirgends haften dann Die unsichern Sohlen, Und mit ihm spielen

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Wolken und Winde.

     Steht er mit festen, Markigen Knochen Auf der wohlgegründeten, Dauernden Erde;

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Reicht er nicht auf,

Nur mit der Eiche Oder der Rebe Sich zu vergleichen.      Was unterscheidet

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Götter von Menschen?

Daß viele Wellen Vor jenen wandeln, Ein ewiger Strom: Uns hebt die Welle,

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Verschlingt die Welle,

Und wir versinken.      [214] Ein kleiner Ring Begränzt unser Leben, Und viele Geschlechter

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Reihen sich dauernd

An ihres Daseyns Unendliche Kette.

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