Wenn fremde Blicke wachsam uns umgeben, Und unsre tiefe Sehnsucht, ungestillt, Sich in der Heiterkeit Geberde hüllt, Und leise kaum den Busen wagt zu heben:
Dann ist nur eins, o mein geliebtes Leben! Was mein Gemüth mit Wonn' und Ahndung füllt: Die Melodie, so deinem Mund' entquillt, Der seelenvollen Töne sanftes Schweben.
Wie Liebesodem fühl' ich den Gesang Auf diesen Lippen, die vergebens glühen; Zum Kuße wird mir jeder zarte Klang.
Und nenne dieß nicht eitle Phantasieen. Vernehm' ich nicht im schweigenden Umfang Auch deines Herzens schöne Harmonieen? (S. 333)