Frieden

by Heinrich Heine

     Hoch am Himmel stand die Sonne, Von weißen Wolken umwogt, Das Meer war still, Und sinnend lag ich am Steuer des Schiffes,

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Träumerisch sinnend, – und halb im Wachen

Und halb im Schlummer, schaute ich Christus, Den Heiland der Welt. Im wallend weißen Gewande Wandelt’ er riesengroß

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Ueber Land und Meer;

Es ragte sein Haupt in den Himmel, Die Hände streckte er segnend Ueber Land und Meer; Und als ein Herz in der Brust

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Trug er die Sonne,

Die rothe, flammende Sonne, [341] Und das rothe, flammende Sonnenherz Goß seine Gnadenstrahlen Und sein holdes, liebseliges Licht,

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Erleuchtend und wärmend,

Ueber Land und Meer.      Glockenklänge zogen feierlich Hin und her, zogen wie Schwäne, Am Rosenbande, das gleitende Schiff,

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Und zogen es spielend an’s grüne Ufer,

Wo Menschen wohnen, in hochgethürmter, Ragender Stadt.      O Friedenswunder! Wie still die Stadt! Es ruhte das dumpfe Geräusch

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Der schwatzenden, schwülen Gewerbe,

Und durch die reinen, hallenden Straßen Zogen Menschen, weißgekleidete, Palmzweig-tragende, Und wo sich Zwei begegneten,

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Sahn sie sich an, verständnißinnig,

Und schauernd, in Liebe und süßer Entsagung, Küßten sie sich auf die Stirne, Und schauten hinauf Nach des Heilands Sonnenherzen,

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[342] Das freudig versöhnend sein rothes Blut

Hinunterstrahlte, Und dreimalselig sprachen sie: Gelobt sey Jesu Christ!

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