Fluch dem Zarismus!

by Heinrich Kämpchen

[137] Fluch dem Zarismus! Der weiße Schrecken herrscht im Baltenland, Blutströme fließen und die Opfer fallen; Noch sind die ersten nicht verscharrt im Sand, Und neue Salven hört man wieder knallen. –

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So geht es fort, vom Morgen bis zur Nacht,

Und auch die Nacht hindurch noch unverdrossen, Es ist das geile Würgen nach der Schlacht – Erschossen wird, und wiederum erschossen. – Mann, Weib und Kind – die Henker fragen nicht,

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Ob schuldig auch – Rebellen sind gefangen!

Und ob man klagt, hier helfen Klagen nicht, Was nicht erschossen wird, das wird gehangen. – Das Baltenland gleicht einem Totenfeld, Auf dem Kosaken Beutezüge halten,

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Und nur der Wind, der durch die Föhren gellt,

Weint laut sein Lied um die erschlag’nen Balten. – Doch morde nur, du blutiges Zarat, Und laß die Freiheitskämpfer niederknallen, Du säst dir selbst die wilde Drachensaat

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Und bist dem eig’nen Henkerbeil verfallen. –

Geschliffen schon ist längst für dich der Stahl Und tausend Arme sind es, die ihn schwingen, Und Hunderttausend harren deiner Qual, Und Hunderttausend beten fürs Gelingen. –

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