Estebano

by Heinrich Kämpchen

[158] Estebano. (Eine spanische Romanze.) Kauft Zigarros, ihr Hidalgos, Echtes Kraut der Insel Kuba. Importiert zum Mutterlande Von Havanna und Manila. –

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Hab’ die allerbesten Sorten:

„Reinas“, „Pflanzer“ und „Trabukos“, Abgelagert schon wie lange – Kaufet, kaufet d’rum, Caball’ros. – Nur heran, nur immer näher,

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Auch ihr schönen Sennoritas,

Kauft, so lang der Vorrat reichet, Von den duftigen Trabukos. – [159] Also rief mit heis’rer Stimme, Denn die Gurgel war ihm trocken,

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Estebano, der Verkäufer,

Auf dem Markte von Tolosa. – Und sie kamen und sie kauften, Stolze spanische Hidalgos, In zerschliss’nem Sammetmantel,

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Mit zerdrücktem Federhute. –

Wenige Pesetas auch nur In den Taschen, aber Keckheit Um so mehr in den Gesichtern, In den quittengelben, braunen. –

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Doch sie kamen und sie kauften

„Reinas“, „Pflanzer“ und „Trabukos“, Bliesen auch in blauen Ringeln Ihren Dampf dann in die Lüfte. – Auch die schönen Sennoritas,

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Mit den dunklen Feueraugen,

Nahmen duftige Zigarros Zwischen ihre Rosenlippen. – Sogen zierlich dran und schickten Gleichfalls blaue Ringelwölkchen

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Mit den Ringeln der Hidalgos

Zu Hispaniens Sonnenhimmel. – Estebano aber lachte Gar vergnüglich mit den schwarzen Schelmenaugen, denn sein Vorrat

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An Zigarros ging zu Ende. –

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