Es war ’ne Maid

by Robert Burns

Es war ’ne Maid, ward Meg[1] genannt,      Spann über’m Moor, sie lebt’ davon, Es war ein Bursch, der folgte ihr,      Der Bursch hieß Duncan Davison.

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Das Moor war Brei, und Meg war scheu,

     Der Duncan kam nur langsam fort, Naht’ er sich ihr, erboos’t’ sie schier,      Und jagt’ ihn mit dem Rocken fort. Meg immer vor, ging’s über’s Moor

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     Der Bach war klar, das Thal war grün,

Als müd gehetzt er sie, da setzt      Sie ’s Spinnrad zwischen sich und ihn. Doch Duncan schwor ’nen heil’gen Eid,      Meg müßte morgen Braut schon sein,

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Da nahm die Meg ihr Spinnrad auf

     Und warf es in den Bach hinein. Woll’n bau’n ein Haus – ein lieb, lieb Haus      Und leben wie die Täubchen d’rin, Was wird das schön des Abends sein,

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     Bei meiner holden Spinnerin.

Ein Mann mag trinken ohne Rausch,      Mag fechten ohn’ besiegt zu sein; Ein Mann mag küssen eine Maid,      Wird’s nächste mal willkommen sein.

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