Elegie
by Frida Bettingen (1865–1924) · 1922 German
Ewige Liebe,
Du große Bildnerin.
Deines Geistes göttlichen Hauches
willige Form bin ich.
Beglückt, und beglückend.
Aber eine Träne sei mein.
Die schlummre als ein Tropfen köstlichen Taues
im Schoße einer, unter abendlichen Himmeln
fromm sich faltenden Blume.
Droben,
in klarer Almluft.
Bei den schaukelnden Gräsern.
Wo die Psalmen der Berge lobsingen.
Denn Du gabst mir, mein Gott
schweigsamer Träger zu sein
eines, in erhabener Zucht gereiften,
duldenden Herzens. (S. 33)
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