Einem Grossen

by Elsa Asenijeff (1867–1941) · 1913 German

Wenn du herantrittst –
Dann ist der grosse, feierliche Hauch um mich,
Der mir die Lieder in die Lippen weht.
Nicht mein bin ich!
Dein Odem wird Gebet in meiner Kehle –
Den engen Himmeln weit entrückt,
Bin ich die wilde Weltenseele,
Klarseherisch zugleich und traumbeglückt.
Den hoben Purpurhorizonten grossen Lebens
Ehernen Mannesstrebens
Seh ich gläubig zu.
Nichts bleibt mir fremd,
Du stolzer Geist!
Ein Blumenleben, der dunklen Erde eingeknüpft
Mit seinen heimlich blassen Liebesträumen,
Ist mir so klar,
Wie hoch am Himmel jene fernen Sonnen,
Lichtsehend und allein zu gleichem Los verknüpft.
Jedweder Lebensbronnen quillt dem offenen Sucherblick –
Kleinstes noch tönt leise an –
Das Unbegreifliche enthüllt verschleiert Sein –:
Ich aber bin nicht mein –
Dein Atem haucht mir Allverstehen ein!
– – – Grosser Mann! – (S. 14)
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