An ein sterbendes Kind
So wandle denn, von Thränen und von Küssen Begleitet, deine Bahn; Ein kleiner Engel geht voran, Und leuchtet dir in deinen Finsternissen.
Aus seinen Händen nimmt der Tod Den Becher, den er dir zum letzten Schlummer beut; Und tief im Becher ist des Himmels Süßigkeit. Schon warten dein mit rosenfarbnen Flügeln,
Die Kinder Seelen dort, im bessern Sonnenglanz, Und zeigen sich einander deinen Kranz. O wie so brüderlich, mit seligem Vertrauen, Du neuer Engel! wirst du nun
Und, zwischen Lilien den Gott der Wonne schauen, Den du, vom Winde leicht gekühlt, Hienieden schon gefühlt,
So wandle denn zum Klang der Silberharfen; Und wenn dein Blick herab von hohen Sternen fällt; O dann gedenk an diese Schatten-Welt, An diesen Erden-Tag,
Das einzige, was Irrdisches Erbarmen Dem Sterbenden zu reichen noch vermag. Gedenk’ an uns, in deinem Siege; Wir aber segnen oft die kleinen holden Züge,
Ein Bild von seiner Unschuld wies.