Du

by Richard von Schaukal (1873–1942) · 1967 German

Wie aus tiefen Wäldern bist du
wo keine schweren Menschen gehen·
wie in der Waldquelle
seh ich mich rein und wahr in dir.
Ich bin ein heisser unzufriedener Mensch
mit einem herrischen Kinderherzen.
Tau liegt auf meinen Haaren aus den
Nächten der Sehnsucht·
meine Hände zittern nach Glück.
Und meine Seele kann fliegen
hoch über den Tagen:
ich seh ihr nach und staune
lächle und weine.
Manchmal aber bin ich wie ein König ...
Und alles ist dein·
dein ward es ohne Schenken·
du kamst und es war dein·
ich bin so sicher dein zu sein mit allem.

Aus: Richard Schaukal Ausgewählte Gedichte
Erschienen im Insel-Verlag Im Jahre 1904 (S. 28)

_____

More poems by Richard von Schaukal

  • Am 20. August

    An Fanny
    Laß mich dir den fernen Tag beschwören,
    dessen Stunden uns allein gehören! …
  • An die Schönheit

    Ich möchte die Schönheit in mich trinken,
    die Schönheit, die schon meiner harrt.
    Wo bleibst du, sagt sie, ich steh erstarrt, …
  • An Fanny

    Ich hab dich lieb. Warum? Warum?
    Weil es hat müssen kommen.
    Ich schau mich nicht nach Gründen um. …
  • An meine Frau

    Lass, Vertrauteste, zusammen
    uns den steilen Pfad ersteigen:
    meine Sehnsucht wird in Flammen …

All poems by Richard von Schaukal →