Doppelter Verlust

by Karl Mayer

Einsam lehnend an dem trauten Baume,
Senk' ich meinen Blick in das Gefild;
Doch verschwommen ist mir, wie im Traume,
Unsrer Landschaft vielgeliebtes Bild.

Ach, du liehest erst den Reiz, Geliebte
All der Pracht der herrlichen Natur;
Doch seitdem der Herzen Glück zerstiebte,
Wich gelöst auch jenes Zaubers Spur.

Und so ist verklungen und zerronnen
Deine Nähe sammt der Augenlust;
Keine künftig mehr von beiden Wonnen,
Füllet deines Freundes öde Brust! (S. 77)
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