Die Schwestern des Schicksals

by Johann Gottfried Herder

     Die Schwestern des Schicksals.      Nenne nicht das Schicksal grausam; Nenne seinen Schluß nicht Neid: Sein Gesetz ist ewge Wahrheit, Seine Güte Götterklarheit,

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Seine Macht Nothwendigkeit.

     Blick’ umher o Freund und siehe, Sorgsam wie der Weise sieht. Was vergehen muß, vergehet: Was bestehen kann, bestehet:

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Was geschehen will, geschieht.

     Heiter sind des Schicksals Schwestern, Keine[1] blassen Furien: Durch der sanftverschlungnen Hände Webt ein Faden sonder Ende

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Sich zum Schmuck der Grazien.

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