Die rote Fahne
[81] Die rote Fahne Inmitten all der bunten Fahnen, Die auf der weiten Erde wehn, Und die auf blutgetränkten Bahnen Voraus den Sturmkolonnen gehn,
Und an der Schlachten grimme Not Erhebt sich als der Eintracht Zeichen Das schlichte, warme, heil’ge Rot. Nur dieses Banner mahnt hienieden
Mit seinem Rauschen an den Frieden Und an ein reines Ideal. Nur dieses Banner will vergießen Kein Blut auf diesem Erdenrund,
Der Völker ew’gen Bruderbund. Von allem Falschen, allem Bösen, Von Geistesnacht und Kettendruck Will dieses Banner euch erlösen
Ihr solltet jubelnd es begrüßen Als Kämpfer für der Menschheit Wohl – Und tretet zornig es mit Füßen, Als wär’s ein höllisches Symbol!
Und noch so fest in eurem Wahn – Durchlaufen wird es stolz und prächtig Trotz alledem die steile Bahn, Und wo des Abscheus Flüche regnen
Da werden einst es dankbar segnen Die Völker wie aus einem Mund. Wir haben in den Grund getrieben Des dreimal heil’gen Banners Schaft
Mit Zuversicht und stolzer Kraft. Denn wenn die andern all vergehen Und unsrer Feinde Macht zerschellt, Wird unser rotes Banner wehen