Die rote Fahne

by Rudolf Lavant

[81] Die rote Fahne Inmitten all der bunten Fahnen, Die auf der weiten Erde wehn, Und die auf blutgetränkten Bahnen Voraus den Sturmkolonnen gehn,

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Von denen jede mahnt an Leichen

Und an der Schlachten grimme Not Erhebt sich als der Eintracht Zeichen Das schlichte, warme, heil’ge Rot. Nur dieses Banner mahnt hienieden

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In all der Bitterkeit und Qual

Mit seinem Rauschen an den Frieden Und an ein reines Ideal. Nur dieses Banner will vergießen Kein Blut auf diesem Erdenrund,

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Nur dieses Banner mahnt, zu schließen

Der Völker ew’gen Bruderbund. Von allem Falschen, allem Bösen, Von Geistesnacht und Kettendruck Will dieses Banner euch erlösen

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Mit seines Ölzweigs mildem Schmuck.

Ihr solltet jubelnd es begrüßen Als Kämpfer für der Menschheit Wohl – Und tretet zornig es mit Füßen, Als wär’s ein höllisches Symbol!

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Doch wär’t ihr noch so stark und mächtig

Und noch so fest in eurem Wahn – Durchlaufen wird es stolz und prächtig Trotz alledem die steile Bahn, Und wo des Abscheus Flüche regnen

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[82] Auf seiner Träger treuen Bund,

Da werden einst es dankbar segnen Die Völker wie aus einem Mund. Wir haben in den Grund getrieben Des dreimal heil’gen Banners Schaft

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Und stehn zu ihm mit heißem Lieben,

Mit Zuversicht und stolzer Kraft. Denn wenn die andern all vergehen Und unsrer Feinde Macht zerschellt, Wird unser rotes Banner wehen

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Als Völkerhort in aller Welt.

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