Die rheinischen Weinbauern.

by Georg Weerth (1822–1856) · 1886 German

Die rheinischen Weinbauern.

An Ahr und Mosel glänzten
Die Trauben gelb und roth;
Die dummen Bauern meinten,
Sie wären aus jeder Noth.

Da kamen die Handelsleute
Herüber aus aller Welt:
„Wir nehmen ein Drittel der Ernte,
Für unser geliehenes Geld!“

Da kamen die Herren Beamten
Aus Koblenz und aus Köln:
„Das zweite Drittel gehöret
Dem Staate an Steuern und Zöll’n!“

Und als die Bauern flehten
Zu Gott in höchster Pein,
Da schickt’ er ein Hageln und Wettern
Und brüllte: Der Rest ist mein!

Viel Leid geschieht jetzunder,
Viel Leid und Hohn und Spott,
Und wen der Teufel nicht peinigt,
Den peinigt der liebe Gott!

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