Die reaktionäre Masse
[104] Die reaktionäre Masse Ihr meint noch jetzt, daß es ein Rätsel sei Und daß des Volkes Spruch euch überrasche? War Reich und Kaiser nicht das Feldgeschrei? Jawohl, doch meintet ihr – die eigne Tasche!
Darum vollzog es die gewalt’ge Schwenkung, Und euch, die Schwindler des Kartells, versetzt Mit einem Fußtritt es in die Versenkung. Durch drei Jahrzehnte hielt die Phrase vor,
Und die Vergoldung, die sich doch verlor, Gelang es nicht bei Zeiten aufzufrischen. Ihr habt euch redlich damit abgeplagt Und jeden Tag die Arbeit vorgenommen,
Und wie’s gekommen ist, so mußt es kommen. Wer den Betrug, den schmählichen, erkannt, Der hat in hellem und gerechtem Grimme Für immer sich den Fälschern abgewandt,
Ihr standet da, ein kläglich Jammerbild, Und eurer schlaffen Hand entsank der Zügel; Das Volk fuhr auf, die Massen wurden wild, Und ihr bekamt die wohlverdienten Prügel.
Doch herrscht auch hier die Furcht bereits, die blasse; Auch ihnen ist der Stempel aufgedrückt, Es hat getagt auch in der „Pfaffengasse“. Die Wahrheit bricht sich Bahn; hilflos erliegt
Und wie wir die Gescheitelten besiegt, Besiegen wir dereinst auch die Geschornen. Da hilft kein Zetern und kein Wutgebell, Und Papst und Bischof mahnen da vergebens;
Und in die Stickluft drang der Hauch des Lebens. Uns hemmt kein Damm, kein noch so fester Turm, Denn unterwühlt bereits ist jede Feste; Wir nehmen sie das nächste Mal mit Sturm